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Heinz-Peter Werner: Ein Leben für Hygienestandards

Lebensaufgabe Qualitätssicherung im Gesundheitsbereich

Universitätsprofessor Heinz-Peter Werner widmet sein Leben der Qualitätssicherung im Gesundheitsbereich. Er ist mit dem Stellenwert, den das Thema Hygiene hat, nicht zufrieden. Ob im Krankenhaus, im Altenheim oder im Gesundheits- und Wellnessbereich: Hygiene kostet – und man könnte viel mehr gegen die steigende Infektionsgefahr tun. Heinz-Peter Werner gilt als einer der profiliertesten Experten im Hygienebereich in Europa. Nach seiner Universitätskarriere gründete der ausgebildete Mediziner und Mikrobiologe in einem Alter ein Unternehmen, in dem andere schon an die Pensionierung denken. 2019 feiert die HygCen Austria GmbH im Techno-Z Bischofshofen 20 Jahre.

Univ.-Prof. Heinz-Peter Werner, HygCen Austria, in seinem Büro im Techno-Z Bishofshofen. (c) Konrad Fersterer

Wien - Mainz - Schwerin - Bischofshofen

Professor Werner hat im Laufe seines Lebens die Betrachtungsweisen des Themas Hygiene aus verschiedenen Perspektiven kennengelernt. Geboren 1942 in Wien, wo er auch sein Medizinstudium abschloss, ging er an die Universität nach Mainz. 1980 wurde er Professor für Hygiene auf Lebenszeit. In den 90er Jahren baute er vier Jahre lang das kommunale Hygiene-System in Mecklenburg-Vorpommern auf und gründete im Anschluss 1996 schließlich HygCen, Centrum für Hygiene und medizinische Produktsicherheit. In Schwerin. 1999 folgte der Standort Bischofshofen, weil er damals seinen Lebensmittelpunkt nach Goldegg verlegte.

 

Verbesserungspotential bei Aufbereitung von Medizinprodukten

Seine Aufgabe sieht er vor allem darin, Risiken aufzuzeigen und Lösungsvorschläge zu bieten: „Ein riesiges Thema ist die Aufbereitung von Medizinprodukten, wie beispielsweise chirurgisches Material oder Endoskope. Gerade die Kontamination von Endoskopen ist besorgniserregend. Der Zusammenhang von Untersuchung und Krankheitsausbruch - viele Jahre später - wird nicht hergestellt.“ Zufrieden ist der Experte mit der Lösung, die in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wien erarbeitet und umgesetzt wurde: „Vor zehn Jahren entschied sich die Gemeinde Wien, nicht mehr in Zentralsterilisationen im Krankenhaus zu investieren. Das gesamte medizinische Instrumentarium von Krankenhäusern wird extern, in insgesamt vier Zentren im Raum Wien, sterilisiert und hochqualifiziert aufbereitet.“ Er empfiehlt auch Salzburg, diesen Weg zu gehen. „Wichtig ist, dass wir uns Gedanken machen über eine komplett andere Gesamtorganisation im Bereich Hygiene und nicht nur um die Einzelheiten in der Methodik.“ 

Zukunftsthema Vernebelungsdesinfektion

Zweites Standbein des Unternehmens ist die akkreditierte Prüfstelle für Medizinprodukte. In den Labors testet HygCen u.a. OP-Handschuhe, Textilien für den medizinischen Bereich oder die Wirksamkeit von  Desinfektionsmitteln. Spannendes Beispiel ist die aerogene Desinfektion. Dies eist im deutschsprachigen Raum aus historischen Gründen nicht so starkverbreitet. „Die Deutschen haben seit Robert Koch immer die Flächen und Hände desinfiziert. In Frankreich mit Louis Pasteur hat man auch in Richtung Desinfektion von Luft gearbeitet“, erklärt Professor Werner. Tatsächlich ist die Übertragung von Keimen über die Luft ein großes

Problem. In England und den USA wird deshalb zusätzlich die aerogene Desinfektion, eine Desinfektion mittels Vernebelung, massiv eingesetzt z.B. in Krankenwägen. Wenn man Kranke transportiert, braucht man auch eine Garantie, dass die Krankenwägen desinfiziert sind.“ Für diese Technik hat HygCen im Techno 3 des Techno-Z Bischofshofen einen eigenen Test- Raum eingerichtet. 

Qualifiziertes Personal ausbilden

HygCen beschäftigt 16 Mitarbeiterinnen und ist laufend auf der Suche nach neuen Fachkräften. Mit dem Unternehmenszweig Prüfung und Akkreditierung von Medizinprodukten ist das Unternehmen am globalen Markt tätig. Die Nachfrage ist enorm, sehr viele Hersteller kommen aus dem asiatischen Raum. HygCen prüft nach den europäischen Standards. Durch eine Akkreditierung ist der Zugang zu allen EU-Staaten offen. „Wir schreiben unsere freien Stellen bis in den süddeutschen Raum aus. Aber es ist schwierig, Fachkräfte zu bekommen. Deshalb werden wir Mitarbeiter jetzt selbst für Laborarbeit und Prüfverfahren ausbilden“, so der umtriebige Hygiene-Experte abschließend.

www.hygcen.at 

Mit dem Unternehmenszweig Prüfung und Akkreditierung von Medizinprodukten ist das Unternehmen am globalen Markt tätig. Die Nachfrage ist enorm. HygCen wird die MitarbeiterInnen in Zukunft selbst für Laborarbeit und Prüfverfahren ausbilden.

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